Ziele setzen!

Von Greetsiel nach Papenburg

Der Morgen begann mit einer Autofahrt von Gelsenkirchen nach Papenburg. Es war nebelig und wir neugierig, was die Tour bringt. Der Rucksack beinhaltete gerademal 900 g weniger Gepäck als bei der vorherigen Tour - wir packten pingelig und möglichst leicht. Uns war klar, dass wir auf unserem Trip überwiegend Gegenwind haben werden und da ist jeder Sonnenstrahl willkommen. An der Küste kommen und gehen die Wolken. Wer uns nacheifern möchte, wird wie wir von der Natur abgelenkt und bei möglichen Regen das Wolkenschauspiel genießen.

Machen Sie mit!

In Papenburg haben wir am Bahnhof unseren Wagen abgestellt, um mit den Zug weiter nach Emden zu fahren. Als wir über Leer fuhren fing es an zu nieseln. Von Emden bis Greetsiel lockerte der Himmel wieder auf, allerdings hat es in Greetsiel am Morgen wohl stärker geregnet, wie wir feststellen mussten. Der Wind blies mäßig und es regnete zu mindestens nicht mehr. Wir walkten zu unserem Fährtenanschlusspunkt.

Machen Sie mit!

Das Geburtshaus von Ubbo haben wir auch gefunden - von hier soll die Reise in Etappen bis Genf weitergehen. Vorbei an den Ferienwohnungen und Häusern walkten wir auf den Deich Richtung Emden, ab Manslagt durch den Landkreis Krummhörn. In Manslagt haben wir uns in der urigen „Manslagter Bauernstube“ bei leckerem Matjesteller und frischen, großen Krabbensalat gestärkt.

Machen Sie mit!

Geplant war, abends Emden zu erreichen- wenn da nicht mein Kaffee auf frische Krabben getrunken worden wäre; Magenkrämpfe- Schüttelfrost- Apotheke - Pension- Abbruch nach nur 15 km in Pewsum.

Pewsum ist sauberer und gepflegter Ort mit wirklich engelsgeduldigen und hilfsbereiten Ostfriesen: Durch meine Situation erschöpft angekommen und an der Hauptverkehrsstraße entlang walkend, machte mich direkt ein vermutlich walkerfahrender Ostfriese auf meine kränkelnde Haltung aufmerksam und korrigierte.

In Pewsum fragten wir an einer Straßengabelung eine Passantin nach einer Pension. Angestrengt überlegte sie in alle Himmelsrichtungen– wir warteten gespannt und leicht ungeduldig ab, wollten zweimal auf gut Glück weitergehen – doch die nette Passantin wollte uns helfen, bat uns zu warten, überlegte erneut und musste uns nach ca. 10 Minuten auf gut Glück weiterziehen lassen. Sie hätte uns wirklich gerne geholfen ;-)

Auf halber Strecke zwischen Gabelung und Ortsende fanden wir die Pension Deterts.

Machen Sie mit!

Die liebe Frau Deterts vermietete uns ihre Ferienwohnung für eine Nacht. Dankbar viel ich nach der Dusche mit Medikament ins Bett und schlief mich bis zum nächsten Morgen tatsächlich wieder fit. Ich konnte es gar nicht abwarten weiter zu walken.

Machen Sie mit!

Unmittelbar Ortseingang Emden regnete es. In Emden (am Ottohus) schien die Sonne. So viel zum Wetter. Nach einer Milchkaffeepause mit Schlafplatzplanung ging es weiter. Wir hätten am Folgetag in Papenburg sein wollen- daraus wurde jetzt nach 25 km Oldersum, ein Ort hinter Emden- 15 km vor Leer.

Hier kehrten wir im Gasthaus „Bei Cassi“ ein. Ein Gasthaus wo alles stimmt: Gastwirt, Ambiente, Bedienung, Unterbringung und Küche- sauwohl haben wir uns gefühlt – gar nicht wie Fremde- das ist Gaststubenfeeling in Ostfriesland. Gute Betten in komfortablen Appartements erlaubten uns erholsamen Schlaf. Zum Frühstück servierte man uns eine große Platte ( für Walker ) mit Aufschnitt, Brötchen, Brot und Joghurt. Sogar Lunchtüten für Walk-Proviant wurden dazugelegt. Auch von diesen tollen Gastwirten haben wir ein Foto gemacht und möchte unsere Route wärmstens weiterempfehlen. Hier werden wir bestimmt nochmal herkommen.

Machen Sie mit!

Der Weg nach Papenburg über Leer war Sonne pur. Vor uns lagen die vorerst letzten 38 km. Am Hafen von Leer kamen nochmal 3 km dazu, weil wir uns etwas verlaufen haben- war dafür eine schöne Strecke- Umwege können auch Freude bereiten. Unser Weg führte uns hinter Leer bis Papenburg einige Kilometer an den Bahngleisen entlang. Da wir unserer Route durch den Zeitverzug vom Vortag und unser Verfransen am Hafen von Leer etwas schneller angehen mussten, vermieden wir einige Pausen. Die erste richtige Pause gönnten wir uns hinter der Bahnbrücke im Bushaltestellenhäuschen. Hier trafen wir auf nette Ostfriesinnen, deren Fahrradsattel ihren eigenen Willen zeigten.

Machen Sie mit!

In Ostfriesland hilfst Du und Dir wird geholfen: Einige Kilometer weiter überholte uns ein Ostfriese mit seinem Rad und sprach uns auf die Walk-Tour an. Am nächsten Haus füllte er wie selbstverständlich ohne unser Bitten unsere Wasserflaschen auf und wünschte uns eine gute Reise. Der weitere Weg gestaltete sich mit großen Wiesen und Bauernhöfen. Vor uns lagen immer noch knappe 12 km – langsam ging die Sonne unter. Gegen 19.30 Uhr passierten wir endlich den Bahnhof von Papenburg.

Unser Auto hatte uns wieder. Nach einer ausgedehnten Fußmassage und Muskellockerung führen wir wieder zurück nach Gelsenkirchen.

Im goldenen Oktober 2008 geht es weiter – wir freuen uns drauf!