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Emder Zeitung

Ausgabe: Sonnabend, 4 August 2007, Nr.180 128 Kilometer in viereinhalb Tagen Buten-Ostfriesin wandert mit ihrem Mann von Wilhelmshaven nach Greetsiel von E-Redakteurin Janine Schaller Greetsiel. "Eine Entdeckungstour mit Ganzkörpertraining" - So bezeichnen Bettina Dopheide (35) und Klaus Dopheide (40) aus Gelsenkirchen ihre Wanderung, die sie kürzlich innerhalb von viereinhalb Tagen von Wilhelmshaven nach Greetsiel geführt hat. Insgesamt 128 Kilometer. Dabei sind die gebürtige Wiesmoorerin und ihr Mann aus Porta Westfalica normalerweise keine großartigen Sportler. Sie hatten wegen gesundheitlicher Probleme mit dem Trendsport Nordic Walking - dem schnellen gehen mit zwei Stöcken - angefangen. "Erst dachte ich: Ne, ohne mich, das sieht ja albern aus", sagte Bettina Dopheide gegenüber der Emder Zeitung. Weil sie aber wegen ihrer Bandscheibenprobleme Sport treiben sollte und keine Lust aufs Fitness-Studio hatte, machte sie dennoch weiter und gewann langsam Spaß daran. "Ich bin gelernte Gärtnerin und da steckt es wohl in mir, dass ich lieber draußen bin." Erfolge bei Walking-Wettbewerben und der Wunsch nach einer Auszeit - das Paar hat drei Kinder im Alter von vier, neun und elf Jahren - gehörten zu den Auslösern, sich in Ostfriesland auf den Weg zu machen. Zunächst war es eine Wochenend-Tour von Bettina Dopheides Heimatstadt Wiesmoor nach Wilhelmshaven, "Danach wollten wir mit dem Wind im Rücken von Emden nach Wilhelmshaven laufen, aber da war das Wetter schlechter, also begannen wir in Wilhelmshaven." Dort galt es für die beiden, die ersten Hürden zu nehmen. "Meine besorgte Mutter hat uns noch eine Wanderkarte zugesteckt, die sich aber beim Aufbruch als Radwanderkarte aus dem Lipperland entpuppte", sagte Bettina Dopheide lachend bei der Erinnerung an den Tourstart. Die schnell gekaufte Ostfrieslandkarte, auf der jeder Deichmeter zu sehen war, half jedoch anfangs auch nicht weiter. "Der direkte Weg, den wir nehmen wollten, führte uns erstmal vor ein Tor des Marinestützpunktes. Nun wissen wir, dass es vom Südstrand aus erst einmal über die Kaiser-Wilhelm-Brücke geht." Am selben Tag trafen Bettina und Klaus Dopheide an der Schleuse Maadesiel einen Mann, der sie schwer beeindruckte. Er wurde im Herbst 1907 geboren - just als die Kaiser-Wilhelm-Brücke eingeweiht wurde. Bettina Dopheide:" Er lief früher an einem Tag von Wilhelmshaven nach Hooksiel und zurück - natürlich noch ohne Gel- oder Luftdämpfung. Er ist jetzt unser großes Vorbild." Eine Übernachtungsmöglichkeit in Deichnähe zu finden war nicht immer einfach. Manches mal hieß es:" Laufen Sie drei bis vier Kilometer ins Ortsinnere." für Fahrradfahrer keine großartige Distanz."Aber wenn man schon 26 Kilometer gegangen ist ..." Trotz aller Strapazen - Gegenwind, platte Füße am Abend und immer wieder die Ungewissheit eines Nachtquartiers - empfehlen die beiden Wahl-Gelsenkirchener ihre Tour unbedingt zur Nachahmung. "Viereinhalb Tage waren von der Belastung her noch erträglich", sagte Bettina Dopheide. Wie schön ihre Heimat Ostfriesland ist, habe sie eigentlich erst jetzt gemerkt. Zu Hause angekommen lasen beide Wanderer in ihrer Lokalzeitung: "Wanderbar ... Das Wandern kommt von seinem angestaubten Ruf nicht weg." Bettina Dopheide: "Der Ruf müsste vom frischen Nordseewind entstaubt sein - wir sind zumindest ganz angetan." Daher haben die Ruhrgebietler an ihrem Wanderziel Greetsiel einen Entschluss gefasst: Sie werden ihren Weg in den Herbstferien auf den Spuren des in Greetsiel geborenen Gelehrten Ubbo Emmius (1547 bis 1625) fortsetzen. Bettina Dopheide:" Er lief im Jahr 1567 in Etappen von Greetsiel nach Genf. Wie gesagt: Wir wandern auf den Spuren und auch in Etappen!"


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