Ziele setzen!
Von Wiesmoor nach Wilhelmshaven
"Mein Ostfriesland -- unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2007..."
"Wiesmoor Mulberg"

Dies ist eine der unverhofften Nordic-Walking- Reisen der Bettina Dopheide-Kater, die mit ihrem hier fast 40 jährigen Mann und Rucksackbesatz 5 Stunden lang unterwegs ist, um für sich neue Leistungen zu entdecken, neues Leben und andere Sensationen. Viele Teelichte von Gelsenkirchen entfernt, dringt das Ehepaar zu Fuß von Wiesmoor bis zum Wilhelmshavener Südstrand vor, durch Gehwege und Straßen, die eher der Mensch zuvor nur aus dem Autofenster gesehen hat.
Der Morgen davor:
Wiesmoor...Sonntagfrüh...die Sonne geht auf, alles schläft. Die innere Uhr...sie tickt auch am Sonntag und weckt mich gegen 5.30 Uhr- Ich stehe auf, schauen raus- die Sonne scheint- keine Autos, keine Boßler...Kühe stehen doch zuerst mit den Hinterbeinen auf. Ich lege mich noch einmal hin und döse bis 7.15 Uhr.
Spontanität am Morgen bereitet das schönste Herzklopfen... wir genießen die morgendliche Zeit und beschließen zu Walken....(wie, wie sind wir denn drauf???)...mit einem Rücksack voll mit Ruck bestehend aus Bananen, Wasser, Blasenpflaster, kühlendes Gel, Geld und Handy.
Das es in Wiesmoor gegen 8.00 Uhr früh trotz Sonne immer noch so frisch sein kann, war aus meinen Heimaterinnerungen verschollen...Bewegung macht aber warm.
Unsere Strecke zieht sich durch den Wald über Hopels, Marx und Strudden Richtung Etzel. Der Kenner kennt das. Als wir das Orstschild Etzel passierten und hinter uns die ersten 10.9 Kilometer lagen, sagten wir uns bei der ersten Banane: "Wenn wir bis Etzel laufen können, warum dann nicht bis Horsten laufen?", und so walkten wir weiter.
Als wir nach 14,9 km das Orstschild Horsten passierten, sagten wir uns: "Wenn wir bis Horsten laufen können, warum dann nicht bis Hoheney laufen?", und so walkten wir weiter.
Als wir nach 17 km das Hinweisschild Hoheney passierten, sagten wir uns: "Wenn wir bis Hoheney laufen können, warum dann nicht bis Neustadtgödens laufen?", und so walkten wir weiter. Zuvor passierten wir naturlich nach bereits 17,8 km Altgödens. HIER WEHTEN DIE STÖCKE VOM SEITENWIND. In der Altgödenser Bushaltestelle tranken wir unser Wasser und walkten weiter. Als wir das Ortsschild Neustadtgödens passierten, sagten wir uns nach insgesamt 19 km: "Wenn wir bis Neustadtgödens laufen können, warum laufen wir dann nicht bis Sande?", und so walkten wir weiter.
Als wir nach 22,5 km das Ortsschild Sande passierten, sagten wir uns: "Wenn wir bis Sande laufen können, warum dann nicht bis Mariensiel laufen?", und so walkten wir weiter und verfransten uns wegen einer internationalen Wohnmobilausstellung und meinen vermeintlichen Vorschlag einer Strasse zu folgen, die nicht der Umleitung entsprach aber uns nicht unbedingt fehl führte doch anders als erwartet....ja!
Irgendwann drei Kilometer anders dazu gelaufen passierten wir nach 26,5 km das schöne Mariensiel und sagten uns inbrünstig: "Mein Gott, ist das schön hier...wie schön das hier ist. Wie schön ist es jetzt wohl am Südstrand von Wilhelmshaven? Wenn wir schon bis hierher gelaufen sind, warum dann nicht zum Südstrand von Wilhelmshaven laufen?", und so walkten wir weiter.
Angekommen am Yachthafen in der Nähe des Wilhelmshavener Südstrands, ließen wir unser bisher 31,5 km weit mitgeführtes "Pulsuhrorakel" (Dieser Begriff gehört mir: "SM-SpeakMark") bestimmen, was wir in der "Banter Ruine" speisen sollten....und das sieht alles verdammt lecker aus. 3674 kcal und davon 50 % Fett prophezeite uns das digitale Zifferblatt.
Da saßen wir nun wie Merry und Pippin und erfreuten uns einiger wohlverdienter Annehmlichkeiten....
Anschließend ging es zum Füße kühlen an den Banter See und wir stellten fest: " Hey, wir wollten doch zum Südstrand!". So zogen wir wieder unsere Schuhe an und walkten weiter.
"Wilhelmshaven Südstrand"
Als wir am Südstrand nach 33,5 km angekommen, liessen wir uns zum Dessert auf der Promenade bei Rick Porter (Ja, der von Flipper!) nieder und aßen köstliches Himbeereis und beschlossen, wir waren genug gelaufen- gelaufen bis ans Meer- weiter ging ja nicht und ließen uns das Auto bringen.
Beim nächsten Mal nehmen wir Sie gerne mit.
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